Martin Luther und Musik

 

1)Person Luthers (vielleicht 3 Sätze zu seiner  historischen Bedeutung 1. Theologe, der die Bildung der protestantischen Kirche bewirkte, als Konsequenz z. B. 30 jähriger Krieg, 2. Neue Kommunikationsmedien, neue Mittel der Politik durch Drucktechnik)

2)Luther und die Musik: oft vergessene Bedeutung fuer die deutsche/protestantische Kirchenmusik bis hin zu Bach

3) Seine Kompositionsweise und der musikalische Kontext, auf dem seine Kompositionen aufbauen

4)Liederfruehling: die Musik als Mittel, protestantische Ideen zu verbreiten.

5) Wittenberg als Zentrum der Editionspraxis: wichtige Mitarbeiter von Luther..

6) Fazit: was ist neu? Deutscher Text, neue komposition von Choral, neue Funktion des Chorals in der Lithurgie.Was bleibt/wirkung

 

1.Person Luther

Martin Luther (1483-1546)

Luther, der ein ausgebildet Sänger und Lautenspieler war, konnte im polyphonen Stil seiner Zeit schreiben.  

 Er hat selber Deutsche Texte gedichtet und vertont. Und Er war der Meinung dass  Musik eine sehr wichtige Rolle im Gottesdienst hat.

1523  wurde„Formula missae“  und 1526  „Deutsch messe“ veröffentlicht.

 

2. Luthers Choral

Er hat selber Chorale komponiert,  und dabei einfache Melodien und texte verwendet.

Dabei benutzte er auch das Material, das schon vorhanden war: zum Beispiel übersetzte er lateinische Texte ins Deutsche, oder benutzte für einen neu gedichteten Text eine bekannte weltliche Melodie. Zu diesem Material, das er verwendete, gehörten Elemente der Gregorianik, desLateinischen kirchenlieds, der Weltlichen Musik und des deutschen lieds.

Er beachtete bei seinen Vertonungen sehr sensibel den Rhythmus der deutschen Sprache.

 

1.Hymnenbearbeitungen und -übertragungen: 

Nun komm, der Heiden Heiland (EG 4), ein Lied, welches er aus dem Hymnus Veni redemptor gentiumhergeleitet hat. Den Hymnus A solus ortus cardine gestaltete er zum Lied Christum wir sollen loben schon,und Veni creator spiritus zu Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist (EG 126) um.[[1]]

2.Katechismuslieder:

In diesen Liedern geht es Luther darum, seine Lehre als klingenden Katechismus der Gemeinde anzubieten. Zwei Lieder schreibt Luther über die Zehn GeboteDies sind die heilgen Zehn Gebot (EG 231) und Mensch, willst du leben seliglich. Er vertont das Glaubensbekenntnis in Wir glauben all an einen Gott (EG 183) und das Vaterunser in Vater unser im Himmelreich (EG 344).

3.Leisen:

Die bedeutendsten [2].

4.Liturgische Gesänge:

Sie bestehen einerseits aus Wechselgesängen andererseits aus solistischen Liedern und einigen wenigen Gemeindeliedern. Zu ihnen gehören ein deutsches Sanctus, ein Kyrie (EG 192), ein Agnus Dei (EG 190.2), und das Te Deum Herr Gott, dich loben wir (EG 191). Aus dem Nunc dimittis entstand Mit Fried und Freud ich fahr dahin (EG 519).

5.Psalmlieder:

Luther ging es in der nach [5][6], welches sich frei an den Psalm 46 anlehnt. Darin kommte ein Deutsches lied vor. Vermutlich Hans Sachs hat komponiert.Es ist nicht kirchentonart ,sondern Dur-moll tonart.

AAB form.Folgende andere kompositionen haben des dieses Lied bzw. Den Lutherchoral als Grundlage:J.S Bach- Kantata Nr.80 , Mendelssohn „Reformation“, R.Wagner“Kaiser March“C.A.DebussyEn Blanc et Noir“ Sie haben Luthers Melodie benutzt.

6.Eigene Schöpfungen:

Luther schuf manche Kirchenlieder auch ohne Anlehnung an ältere Vorbilder musikalisch und textlich gänzlich neu. Exemplarisch sind hier Ein neues Lied wir heben an, das Luther nach dem Tod von Johannes van Esschen und Hendrik Vos verfasste, und das von Heinrich Heine als „Marseiller Hymne der Reformation“[[7]] empfundene Ein feste Burg ist unser Gott zu nennen. Bei anderen Liedern ist es fraglich, ob Luthers Bearbeitungen ganz ohne textliche und musikalische Vorbilder vorgenommen wurden.

 

3.Der Liederfrühling der Reformation

um1524 erschienen die ersten Sammlungen mit reformatorischem

Liedgut, insgesamt vier gesangbuecher; das AchtliederbuchBilder 1. den Nürnberger Druckers Jobst Gutknecht, zwei Enchiridien (Handbuechlein) in Erfurt und das Geystliche gesangk Buchleyn Johann Walters in Wittenberg.[8] Diese sammelungen enthalten Lieder mit reformatorischem Inhalt, die nicht nur von Luther selbst stammen, sondern auch von anderen Theologen.

 

Hier als Beispiel das Achtliederbuch „Etlich Cristlich lieder/Lobgesang und Psalm“, welches folgende Lieder enthaelt:

  1.  Ach Gott, vom Himmel sich darein;(Luther)
  2. Aus teiefer Not; (Luther)
  3. Es spricht der Unweisen Musd wohl; (Speratus)
  4. Nun freut euch, lieben Christen gmein; (Luter)[9]
  5. Es ist das Heil uns kommen her; (ferner drei Lieder von Paul speratus)
  6. Hilf Gott, wie ist des Menschen Not; (Speratus)
  7. In Gott gelaub ich; (Speratus)
  8. In Jesu Namen heben wir an ; (Anonymos)

 

In einem regelrechten Liederfrühlingn bildete sich innerhalb des Luthertums ein Stamm bewährter Texte und Melodien aus, mit zentraler Bedeutung nicht nur für das Reformationszeitalter, sondern auch fuer die folgenden jahrhunderte bis in die heutige Gegnwart hinein. Neben dem ueberragenden Luther traten weitere Theologen als „ Liedermacher“ hervor, das heisst hauptsaechlich als Dichter:

Johann Agricola : Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ

Erasmus Alber : Ihr lieben Christen, freut euch nun; Mein Seel, o Herr, muss loben dich;

Steht auf, ihr lieben Kinderlein; Christe, du bist der helle Tag.

Albrecht von Preussen: Was mein Gott will, das gscheh allzeit

Ambrosius Blarer: Jauchz, Erd und Himmel, juble hell; Wach auf, wach auf`s ist hohe zeit

Hermann Bonnus: Strophen 2-3 von Ehre sei dir, Christe

Elisabeth Cruciger : Herr Christ, der einig Gotts Sohn

Wolfgang Dachstein : Melodien zu An Wasserfluessen Babylon; Aus tiefer Not schrei ich zu dir; Im Frieden dein

Nicolaus Decius : Allein Gott in der Hoeh sei Ehr; O Lamm Gottes, unschuldig

Paul Eber : Wenn wir in hoechsten Noeten sein ; Helft mir Gottes Guete preisen.

Johann Gramann : Nun Lob, mein Seel, den Herrn

Nicolaus Hermann: Die helle Sonn leucht `jetzt herfuer ; Erschienen ist der herrlich Tag; Hinunter ist der Sonne Schein ; Lobt Gott, ihr Christen alleglich; Wenn mein Stuendlien vorhanden ist

Sebald Heyden : O Menschen, bewein dein Suende gross

Konrad Hubert : Allein zu dir, Herr Jesu Christ

Justus Jonas : Wo Gott der Herr nicht bei uns haeltm Herrn

Nikolaus Selnecker : Lass mich dein sein und bleiben; Melodie zu Non last uns Gott

Paul Speratus : Es ist das Heil uns kommen her

Lazarus Spengler : Durch Adams Fall ist ganz verderbt

Johann Walter : Wach auf, wach auf, du deutsches Land

 

4.Wittenberg als Zentrum protestantischer Musikedition

Rhau Georg (1488-1548 )

Wittenberg,der um seines evangelischen Glaubens willen das Leipziger

Thomaskantorat auf gegeben hatte und eine wichtige Rolle als Verleger spielte.

Johann Walter (1496-1570)

Mitglied der kursächsichen Hofkapelle,Hofkapellmeister in Dresden,kantor in Torgau.

1524 wurde Walter von Martin Luther beauftragt, das Wittenberger Liederbuch ("Geistliches Gesangbüchlein") herauszugeben. 1525 zog Luther ihn für die Ausarbeitung seiner "Deutschen Messe" heran. Johann Walter gilt als„Urkantor“ der evangelischen Kirche. Viele Melodien zu Luther-Liedern sind in Zusammenarbeit mit Johann Walter entstanden.

Ludwig Senfl(1490-1555)

war ein Komponist, Sänger, Schreiber und Herausgeber. 

Senfl korrespondierte vor allem seit den 1520er Jahren mit wichtigen Personen der frühen Reformation, allen voran Martin Luther, der auch die herausragende Qualität der Münchner Hofkapelle rühmte, wie auch Herzog Albrecht von Preußen

Nikolaus Decius (1485-1546)

deutscher MönchSeelsorger,Kantor,Kirchenliederdichterund preußischer Reformator.

Er hat an der Universität Leipzig studiert. Zu seiner Hinterlassenschaft

gehören Kirchenlieder, die sich noch heute im evangelischen Gesangbuch befinden. Sie gehören zu den frühesten Schöpfungen der sich bildenden evangelischen Kirche und sollten die lateinisch verfassten liturgischen Elemente des Gloria,Sanctus und Agnus Dei der römischen Messe verdrängen.  Auch heute noch sind „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ und „O Lamm Gottes unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet“ nicht nur im Rahmen der evangelischen Gottesdienstliturgie verbreitet. 

Lukas Cranach (1475-1553)

Maler , Er war einer der bedeutendsten deutschen Maler und Grafiker der Renaissance. Er war ab 1505 Hofmaler am kursächsischen Hof unter Friedrich dem Weisen, Johann dem Beständigen und Johann Friedrich dem Großmütigen. Neben zahlreichen Altarwerken und allegorischen Gemälden fertigten er und seine Werkstatt vor allem auch eine große Zahl an Porträts seiner Dienstherren sowie der Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon

 

Literatur

Christoph Markschies, Michael Trowitzsch: Luther zwischen den Zeiten – Eine Jenaer Ringvorlesung; Mohr Siebeck, 1999; S. 215–219.

Hans Joachim Moser „Die Evangelische Kirchenmusik in Deutschland“

 Heinrich HeineZur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. In: Der Salon. Zweiter Band. Hoffmann und Campe, Hamburg 1834, S. 80

Klaus Beckmann „Die Nordeutsche Schule“ Orgelmusik im protestantischen Nord-

Deutschlan zwischen 1517 und 1755 Teil 1 (1517-1629)

Martin Rößler: Liedermacher im Gesangbuch, Band 1 mit Martin Luther, Ambrosius Blarer, Nikolaus Herman, Philipp Nicolai, Johann Heermann; Calwer Taschenbibliothek; 2. Aufl., 2002; Seite 21 ff.

Werner Tell „Kleine Geschichte der deutschen evangelischen Kirchenmusik“

Ernst-Klett-Verlag: Arbeitsblätter unisono: Aus tiefer Not; Stuttgart 2005 (pdf

CD

Luther/ Othmayr Walter, „Musik of the Reformation“ Himlische Cantorey

Stralsunder Motettenhandschrift 1585: Schola stralsundensis

Turris fortissima:Schola stralsundensis



[1] Christoph Markschies, Michael Trowitzsch: Luther zwischen den Zeiten – Eine Jenaer Ringvorlesung; Mohr Siebeck, 1999; S. 215–219.

[2] Noten : Christ ist erstanden (sehe unten)

[3] Martin Rößler: Liedermacher im Gesangbuch, Band 1 mit Martin Luther, Ambrosius Blarer, Nikolaus Herman, Philipp Nicolai, Johann Heermann; Calwer Taschenbibliothek; 2. Aufl., 2002; Seite 21 ff.

[4]  Ernst-Klett-Verlag: Arbeitsblätter unisono: Aus tiefer Not; Stuttgart 2005 (pdf

[5] Noten :Ach Gott vom Himmel sieh darein (sehe unten)

[6] Noten :Ein feste Burg ist unser Gott (sehe unten)

[7]  Heinrich Heine: Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. In: Der Salon. Zweiter Band. Hoffmann und Campe, Hamburg 1834, S. 80 (online in der Google Buchsuche)

[8] Klaus Beckmann „Die Nordeutsche Schule“ Orgelmusik im protestantischen Nord-

Deutschlan zwischen 1517 und 1755 Teil 1 (1517-1629)S.33

[9] Noten: Nun freut euch,Lieben Christen gmein (sehe unten)